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Das Klima im Hochland ist trocken und insbesondere
im Winter bitterkalt. Es ist gekennzeichnet durch sehr hohe Temperaturunterschied
zwischen Tag und Nacht und durch schnelle, starke Wetterwechsel. Eine Impfbescheinigung gegen Gelbfieber wird von allen Reisenden verlangt, die aus Infektionsgebieten kommen. Poliomyelitis und Typhus kommen vor. Malariarisiko durch die weniger gefährliche Form Plasmodium vivax besteht in Fujian, Guangdong, Guangxi, Guizhou, Hainan, Sezchuan, Xinjiang, Xizang und Yünnan. Die gefährlichere Form Plasmodium falciparum nimmt Richtung Süden hin zu und tritt in Hainan, Yünnan und vereinzelt in Guangxi auf. Das Malariarisiko in Anhui, Hubei, Hunan, Jiangsu, Jiangxi, Shandong, Shanghai und Zheijiang ist gering, lokale Ausbrüche erhöhen jedoch das Risiko. In den Regionen nördlich 33° nördlicher Breite besteht das Übertragungsrisiko von Juli bis November in Höhen unter 1500 m, zwischen 33° und 25° nördlicher Breite von Mai bis Dezember und in den Regionen südlich 25° nördlicher Breite das ganze Jahr über. Wasser sollte generell vor der Benutzung zum Trinken, Zähneputzen und zur Eiswürfelbereitung entweder abgekocht oder anderweitig sterilisiert werden. Milch ist außerhalb der Stadtgebiete nicht pasteurisiert und sollte abgekocht werden. Fleisch- und Fischgerichte nur gut durchgekocht und heiß serviert essen. Schweinefleisch, rohe Salate, Mayonnaise und Milchprodukte aus ungekochter Milch vermeiden. Gemüse und Obst schälen. Tollwut kommt vor. Bei Bißwunden so schnell wie möglich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Bilharziose-Erreger kommen in manchen Teichen und Flüssen, besonders im zentralen Jangtse-Becken und in den zentralen und östlichen Landesteilen Hubei, Honan, Jiangxi, Anhui und Jiangsu vor. Das Schwimmen oder Waten in Binnengewässern sollte daher vermieden werden. Gut gepflegte Schwimmbecken mit gechlortem Wasser sind ungefährlich. Hepatitis A und E kommen vor (letztere vor allem im Westen), Hepatitis B ist hochendemisch. Die durch Stechmücken übertragene Japanische Enzephalitis kommt von April bis Oktober vor allem in den zentralen und östlichen Provinzen vor (Ausnahmen: Xizang (Tibet), Xinjiang und Quinghai). Das ebenfalls durch Stechmücken übertragene Dengue-Fieber kommt landesweit vor. Die medizinische Versorgung ist preiswert, entspricht
insbesondere außerhalb der großen Städte jedoch
nicht westlichem Standard. Heilmethoden der traditionellen chinesischen
Medizin (z. B. Akupunktur) sind weit verbreitet. |
![]() Tibet ist eines der höchstgelegenen Länder der Welt. Es grenzt im Süden an Indien, Nepal, Bhutan und Myanmar, im Norden an die chinesischen Provinzen Xinjiang und Qinghai und im Osten an Sichuan und Yunnan, ebenfalls Provinzen von China. Mit einer Fläche von ca. 1,2 Millionen Quadratkilometern, ist Tibet fast so groß wie Westeuropa. Doch diese gewaltige Landmasse ist nur sehr dünn besiedelt. Die durchschnittliche Höhe des Landes liegt bei cirka 4300 Metern. Da das Land an drei Seiten von mächtigen Bergketten umgeben ist, galt es über Jahrhunderte als ein unerreichbares Gebiet und damit als ein geheimnisvolles Land. Der Himalaya mit seinen mächtigen 8000er Bergen (dazu gehört auch der höchste Berg der Welt, der Mount Everest mit 8845 Metern) bildet im Süden eine fast unüberwindbare Barriere nach Tibet. Im Westen schließt das Land mit dem Karakorum-Gebirge nach Pakistan ab und im Norden ist das Kunlungebirge und die Tangla-Bergkette die Grenze zu Tibet. Den Nordteil des Landes bildet eine wüstenähnliche, fast
unbewohnte Hochebene, Chang Tang genannt. Mit einer Höhe von
durchschnittlich 4100 m und einer West-Ost-Ausdehnung von 1300 km,
nimmt sie etwa die Hälfte des Landes ein. Diese menschenfeindliche
Gegend wird im Süden vom Trans- Himalaya begrenzt
und kann nur in den Sommermonaten zur Viehzucht genützt werden.
Im Osten senkt sich das Land in die Tiefebene von Sezuchan ab. Gewaltige Gebirgstäler und ergiebige Flüsse durchziehen die Landschaft in Nord-Süd- Richtung. Das Klima in diesem Teil des Landes ist milder. Seit der Besetzung Tibets wurde dieses Gebiet (für China) zu einem wichtigen Abbaugebiet für Bauholz. Viele der mächtigsten Flüsse Asiens entspringen auf der Hochebene Tibets. Dazu gehören der Indus, Brahmaputra, Huang He (auch „gelber Fluß“ genannt), Yangtze (der mit ca. 5500 km ganz China durchquert), Salween und Mekong. Der Brahmaputra, der in Tibet Tsang Po genannt wird, durchfließt fast ganz Tibet von Ost nach West. Lhasa (tibetisch "Stätte der Götter") ist auch unter dem Namen "Sonnenstadt" bekannt, weil es auf der tibetischen Hochebene, dem "Dach der Welt", angesiedelt ist, die von der Sonne sehr verwöhnt wird. Es liegt am Ufer des gleichnamigen Flusses (Lhasahe, Kyichu), im Süden von Tibet. Lhasas Geschichte beginnt mit Songtsen Gampo,
Tibets großem ersten König (Reg. 620-649), der seine
Residenz hierher verlegte und an der Stelle des späteren Potala-Palastes
eine erste Festung errichten ließ. ![]() Mit der Gründungszeit der Stadt sind auch die Anfänge des tibetischen Buddhismus verknüpft: Die nepalesische Prinzessin Bhrikuti, eine Buddhistin, wurde Songtsen Gambos dritte Frau und gründete den Jokhang, den ältesten Tempel der Stadt. Die Bedeutung dieses Baus und die Stellung des Buddhismus in Lhasa stiegen noch, nachdem als vierte Frau die chinesische Prinzessin Wencheng an den Hof gekommen war. Durch den großen Reformator Tsongkhapa (1357-1419) wurde das Kloster Drepung außerhalb der Stadt das herrschende Zentrum des tibetischen Buddhismus (Lamaismus); hier entstand auch die Institution des Dalai Lama. Lhasa wahrte sein historisches Aussehen bis zur militärischen Intervention chinesischer Truppen im Jahr 1959, die zur Flucht des 14. Dalai Lamas führte. Von einigen Stellen wie dem Potala-Palast und letzten Altstadtteilen rund um den Jokhang abgesehen, unterscheidet sich die Stadt heute kaum noch von jeder beliebigen chinesischen Provinzstadt. Reiseführer © Verlag Karl Baedeker GmbH, hrsg. Mairs Geographischer Verlag, Ostfildern Im 7. Jahrhundert erreichte der Buddhismus, aus Indien kommend, Tibet und vermischte sich dort mit dem Geisterglauben der Bön, der Ur-Religion der Einheimischen des Landes. Der Buddhismus assimilierte die tantrischen Praktiken der Bevölkerung und ent- wickelte sich zu einem eigenständigen Zweig des Buddhismus, Lamaismus genannt. Die Gelbmützen-Mönche, die Gelupkas,
gründeten unter ihrem Führer Tsong- khapa im 14. Jahrhundert
die großen Klöster des Landes: Ganden, Sera und Drepung.
In der Blütezeit des Buddhismus lebte bis zu einem Fünftel
der männlichen Bevölkerung als Mönche in den Klöstern.
Wer als Tourist das religiöse Leben der Pilger beobachten
will, der sollte in der Hauptstadt zum Jokhang-Tempel gehen. Dieses
Gebäude wurde im siebten Jahrhundert von König Songtsen
Gampo gegründet. Es beherbergt die reichgeschmückte Jowo-Buddhastatue.
Diese Figur ist eine Hochzeitgabe der chinesischen Frau Wen Tscheng
des Königs Songtsen Gampo. In und um diesen Tempel versammeln
sich auch heute noch die Gläubigen. Bemerkenswert ist auch, wie die Gläubigen ihre Toten bestatten.
Eine Feuerbestattung ist nicht möglich, denn das Feuer ist
heilig und Brennmaterial kostbar. Da der Boden zu steinig und häufig
auch noch gefroren ist, kann der Leichnam nicht begraben werden.
So entwickelte sich die Himmelsbestattung der Toten.
Dazu wird der Leichnam in kleine Stücke zerhackt, teilweise
mit Tsampa, dem Gerstengericht der Tibeter, gemischt und dann diese
menschlichen Überreste den Vögeln zum Fraß übergeben.
So dient der Mensch auch in seinen letzten Stunden noch dem ewig
wiederkehrenden Kreislauf der Natur. Nach dem Tod des 14. Dalai Lama, Tenzin Gyatso und dem Verschwinden des elften Panchen Lama, Gendün Chökyi Nyima (geb. 25. April 1989) im Alter von fünf Jahren bleibt nurmehr der siebzehnte Karmapa, Urgyen Trinley Dorje um die spirituelle Führung des geschundenen tibetischen Volkes zu garantieren. Im Alter von nun 76 Jahren lastet diese Verantwortung schwer auf den Schultern eines Einzelnen. Die chinesische Regierung spekuliert auf den Zerfall des tibetischen Widerstandes nach seinem Tode, der das Volk Führungs- und Hoffnungslos zurücklassen würde. Karte
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Von Peking erreicht man Lhasa, dessen Flughafen sich 90 km außerhalb befindet, per Flugzeug (4½ Std.), von Chengdu ebenfalls per Flugzeug (2 Std.) und Bus (ca. zwei Wochen). Mit Katmandu ist es durch Fahrstraßen verbunden. |



Die
Klöster bildeten die Universitäten des Landes. In ihnen
wurde gelehrt und junge Menschen zu Mönchen ausgebildet. Man
genoß in den Klöstern Steuerfreiheit. Den Lebens- unterhalt
der Bewohner bestritt man durch landwirtschaftliche Betätigung
und durch religiöse Spenden der Landesbewohner. So entwickelten
sich die Klöster nach und nach zu immer größeren
Machtzentren des Lande. Im 16. Jahrhundert kürte man den damalige
religiöse Führer Sonam Gyastso als ersten Dalai Lama.
Damit wurde er zum Regenten von ganz Tibet.
Die
Frauen haben ihre Frisuren in 108 Zöpfen geflochten,
eine heilige Zahl, denn in 108 Schriftrollen kam
einst der Buddhismus aus Indien nach Tibet. Gebetsfahnen flattern
im Winde und tragen, wie auch der weiße Rauch der Weihrauchöfen,
die Wünsche der Gläubigen zu den Göttern. 